Das Fehlen einer spezifizierten und formalen Ausbildung für Maler bringt einige Probleme im spanischen Malerhandwerk mit sich. Die Ausbildung wird in der Regel “on-the-job“ oder durch individuelle Initiativen absolviert.
In den letzten zehn Jahren war die Baubranche in Spanien eine der aktivsten in Europa. Eine Folge davon war die Gründung vieler neuer Malerbetriebe; viele davon konzentrierten sich auf einfache Anstricharbeiten in neuen Gebäuden. Dies wiederum führte dazu, dass eine Ausbildung in besonderen Techniken bzw. Fachrichtungen weniger gefragt war, dies machte die Entwicklung einer formalen Ausbildung oder Qualifizierung (Berufsbildung) noch schwieriger. In den letzten Jahren hat sich diese Tendenz jedoch umgekehrt und es wurden neue Maßnahmen mit vielversprechenden Ergebnissen ergriffen.
Erst kürzlich wurden zwei spezifische Qualifikationen für Maler vorgeschlagen und dem spanischen Bildungsministerium vorgelegt. Beide gehören zu der Berufsfamilie „Hoch- und Tiefbau“, es handelt sich um:
Es ist zu erwarten, dass diese im Laufe des Jahres 2010 genehmigt werden und damit die Berufsbildung in die Wege geleitet wird. Diese Ausbildung wird der Zwischenstufe in der spanischen Berufsbildung entsprechen, also einer Dauer von 630 Stunden, d. h. 5 Zeiteinheiten während 2 Schuljahren für Level 1 und 2. Es wird auch möglich sein, beide Qualifikationen zu erlangen. Sie unterscheiden sich nur in zwei Modulen (300 Stunden insgesamt), den Rest der Ausbildung stellen gemeinsame Kernmodule dar. In diesem Fall beträgt die gesamte Ausbildungsdauer 930 Stunden (für beide Qualifikationen).
Die praktische Arbeit in den Unternehmen ist vorgesehen und angedacht, wenngleich in diesem Stadium des Prozesses dieser Aspekt noch nicht bis ins Detail festgelegt ist.
(Klicken Sie auf diesen Link für eine Darstellung des allgemeinen spanischen Bildungssystems und eine mehr oder weniger detaillierten Inhalt der beiden Qualifikationen. Das grün markierte Feld entspricht der o. g. Berufsausbildung.)
Ein weiteres Problem ist der Mangel an Schülern. Es ist schwierig, junge Menschen zu finden die bereit sind, den Beruf zu erlernen, da sie diesen als unattraktiv empfinden.
Trotz alledem ist der tatsächliche Umfang der beruflichen Qualifikation des spanischen Malers mit dem von vielen anderen europäischen Ländern vergleichbar, vor allem durch das "on-the-job-Training" und durch die einzelnen Initiativen (z. B. Ausbildungszentren, gefördert von lokalen Einrichtungen wie Städten oder autonomen Regionen, die für spezielle Malertechniken Kurse anbieten).
